Psychotherapie

Existenzielle Psychotherapie

Existenzielle Psychotherapie richtet sich an Menschen, die sich mit grundsätzlichen Fragen des Lebens auseinandersetzen – Sinn, Vergänglichkeit, Verantwortung oder Isolation – und die über einzelne Diagnosen oder klar umrissene Probleme hinausgehen.

Ein Reflexionsraum ohne Tabus

Anders als viele lösungsorientierte Verfahren bietet existenzielle Psychotherapie nicht in erster Linie fertige Antworten, sondern einen Raum, in dem Ihre Fragen ohne Tabus zur Sprache kommen können. Es geht darum, Unveränderliches anzunehmen und zugleich zu erkennen, wo echte Veränderung noch möglich ist.

Drei Phasen: Weisheit, Mut, Gelassenheit

In der Arbeit lassen sich drei Phasen unterscheiden: diagnostische Klarheit („Weisheit“), konkrete Verhaltensschritte („Mut“) und die existenzielle Auseinandersetzung selbst („Gelassenheit“) – ein Dreiklang, der an das Reinhold Niebuhr zugeschriebene Gelassenheitsgebet erinnert:

„Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Realistische Erwartungen

Existenzielle Arbeit kann phasenweise ernüchternd sein, weil es „die eine perfekte Lösung“ oft nicht gibt – genau darin liegt aber auch ihre Stärke: Ein erfolgreicher Prozess führt zu einer realistischeren, akzeptierenderen und zugleich handlungsfähigeren Haltung gegenüber den Grenzen des Lebens.

Weiterführend zu diesem Thema: mein Buch „Existenzielle Perspektiven in Psychotherapie und Beratung“, erschienen bei Beltz (siehe Publikationen).